Wie geht die Ärztin/ der Arzt bei der Untersuchung vor?
Zunächst wird die Frauenärztin/der Frauenarzt Sie in einem ausführlichen Gespräch zu Ihrer Krankengeschichte befragen (Erkrankungen, Operationen etc.). Wichtig sind Angaben über den Zeitpunkt der ersten Periode (Menarche), das Datum der letzten Blutung, zur Zyklusdauer und Blutungsstärke. Es ist daher sinnvoll, einen Menstruationskalender zu führen.
Damit sich die Ärztin/der Arzt ein umfassendes Bild machen kann, wird sie/er mit Ihnen auch darüber sprechen, ob Sie schon Geschlechtsverkehr hatten und welche Verhütungsmittel Sie benutzen.

Der Gesprächsverlauf ist sicher individuell unterschiedlich. Er wird auch davon abhängen, welche Fragen Sie haben. Wenn Sie unsicher sind, machen Sie sich Notizen, welche Fragen Sie stellen wollen. Möchten Sie sich nach den Möglichkeiten der Empfängnisverhütung erkundigen? Haben Sie Fragen zur Periode? Sie können alle Themen offen ansprechen und sicher sein, dass Ihre Fragen vertraulich behandelt werden. Die Ärztin/der Arzt steht unter Schweigepflicht. Das gilt auch für sehr junge Mädchen, die nicht wünschen, dass ihre Eltern informiert werden.
Wenn Sie aber zum ersten Besuch bei einer Frauenärztin/einem Frauenarzt lieber Ihre Mutter oder eine Freundin mitbringen möchten, dann ist auch das möglich.
Die gynäkologische Untersuchung

Die gynäkologische Untersuchung findet auf einem besonderen Untersuchungsstuhl statt. Viele junge Mädchen empfinden Unsicherheit und Scham. Dies ist zwar völlig unbegründet, aber sicher verständlich. Wenn Sie zur Untersuchung einen weiten Rock statt langer Hosen tragen, kann das Gefühl der „Nacktheit“ eingeschränkt werden. Der Rock wird dann zur Untersuchung nur hochgestreift.
Zuerst wird sich Ihre Ärztin/Ihr Arzt den Schambereich anschauen und anschliessend die Brust auf Knötchen und andere Veränderungen hin abtasten.
Manchmal werden per Ultraschall die inneren Geschlechtsorgane überprüft. Das tut überhaupt nicht weh: Mit einem glatten dicken Kunststoffstift fährt die Ärztin/ der Arzt aussen über Ihre Bauchdecke. Damit das Untersuchungsgerät gut darauf gleitet und die entstehende Wärme abgeleitet wird, bekommen Sie ein durchsichtiges Gel auf den Bauch. Das fühlt sich ein bisschen glibberig-kühl an. Auf einem Bildschirm können Sie dann mitverfolgen, wie das Gerät durch Ihre Bauchdecke „hindurchschaut“. Der Detektor des Ultraschallgeräts kann auch in die Scheide eingeführt werden, damit von innen die Organe angesehen werden können. Wenn Sie noch keinen Geschlechtsverkehr hatten, wird dies meist nicht gemacht, damit Ihr Jungfernhäutchen nicht verletzt wird.
Anschliessend macht die Ärztin/der Arzt einen Abstrich. Dafür nimmt sie/er das sogenannte Spekulum, eine Art gebogener Spatel, und führt es vorsichtig in die Scheide ein. Damit kann sie/er die Innenwand der Scheide und den Gebärmutterhals anschauen. Auch das macht sie/er routiniert schnell und schmerzfrei und zieht es wieder heraus.
Als letztes tastet Ihre Frauenärztin/Ihr Frauenarzt noch Ihre Geschlechtsorgane durch die Bauchdecke ab. Das drückt ein bisschen. Wenn es Ihnen wehtut, geben Sie ihr/ihm sofort Bescheid.
Sollten Sie keine Beschwerden haben, kann ein Verhütungsmittel auch ohne eine gynäkologische Untersuchung verschrieben werden.