Die Minipille

Die Minipille ist eine Form der oralen Kontrazeption (oral: durch den Mund verabreicht; Kontrazeption: Mittel zur Empfängnisverhütung). Im Gegensatz zur Kombinationspille („Die Pille“) enthält die Minipille nur das Hormon Gestagen.

Die Minipille ist eine Alternative für Frauen, die eine Östrogen-Gestagen-Kombination nicht vertragen, aber auf die Vorzüge der hormonalen Kontrazeption in Tablettenform nicht verzichten wollen. Die Minipille ist auch für Frauen in der Stillzeit geeignet.

Einnahme

Die Minipille wird täglich während 28 Tagen durchgehend eingenommen. Die 7-tägige Einnahmepause entfällt.

Mit der Einnahme der Minipille wird am 1. Tag der Menstruationsblutung begonnen. Die Tageszeit der Einnahme ist gleichgültig, nur sollten Sie bei der einmal gewählten Stunde bleiben, da der Abstand zwischen der Einnahme von 2 Tabletten möglichst genau 24 Stunden betragen soll. Diese Zeitspanne darf keinesfalls um mehr als 3 Stunden (bei der sogenannten Gestagenpille nicht um mehr als 12 Stunden) überschritten werden, weil sonst der Empfängnisschutz vermindert ist.

Erbrechen oder Durchfall können die schwangerschaftsverhütende Wirkung beeinträchtigen.

Falls Sie bisher ein anderes hormonales Kontrazeptivum benutzt haben (z.B. eine Kombinationspille oder eine Verhütungsspritze), informieren Sie bitte Ihre Ärztin/Ihren Arzt darüber, da beim Wechsel von einer hormonalen Methode zu einer anderen bestimmte Regeln eingehalten werden müssen.

Wenn Sie sehr bald nach einer Entbindung, einer Fehlgeburt oder Abtreibung mit der Einnahme der Minipille beginnen wollen, fragen Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt um Rat.

Im Urlaub und auf Reisen sind einige Besonderheiten bei der Einnahme der Minipille zu beachten.

Wirkung und Zuverlässigkeit

Der empfängnisverhütende Effekt der Minipille beruht vor allem auf lokalen Wirkungen des Gestagens in der Gebärmutter:

  • Der Schleimpfropf im Gebärmutterhals bleibt zähflüssig und wirkt als Barriere gegen das Eindringen der Spermien.
  • Die Gebärmutterschleimhaut wächst weniger stark heran und ihr Aufbau wird so verändert, dass eine Eizelle sich nicht einnisten und wachsen kann. Bei den meisten Frauen wird die Follikelreifung nicht vollständig unterdrückt, so dass es zum Eisprung kommen kann.
Die Zuverlässigkeit der Minipille ist daher im Vergleich zur Kombinationspille geringer.

Es gibt jedoch eine neue Generation von Minipillen (=Gestagenpille), die bei allen Frauen ovulationshemmend wirkt und daher zuverlässiger ist. Dies wird durch eine höhere Dosierung des Gestagens erreicht. Fragen Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt, welchen Typ von Minipille Sie verwenden.

Die Minipille schützt nicht vor HIV oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten Wenn Sie Sex mit einem Partner haben wollen, dessen Lebensumstände Sie nicht kennen, benutzen Sie ein Kondom.

Nebenwirkungen und Risiken

Die Minipille ist ein hochwirksames Arzneimittel, das Nebenwirkungen haben kann.

Zu Ihrer Orientierung finden Sie im Folgenden allgemeine Informationen zur Verträglichkeit der Minipille. Verbindlich sind jedoch immer die Produktinformationen Ihres konkreten Präparates. Lesen Sie daher die Packungsbeilage aufmerksam und lassen Sie sich von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt beraten.

Vor der Verschreibung der Minipille sollte in einer gynäkologischen und allgemeinmedizinischen Untersuchung sichergestellt werden, dass keine Kontraindikationen vorliegen (medizinische Gründe die gegen die Einnahme der Minipille sprechen).

Die Minipille wird im Allgemeinen gut vertragen. Blutungsstörungen sind die häufigste Nebenwirkung der Minipille (unregelmässige Zyklen, Schmier- und Zwischenblutungen, aber auch das Ausbleiben der Regelblutung).

Zu Beginn der Einnahme kann es auch zu leichten Beschwerden wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme kommen. Meistens verlieren sich diese Symptome bereits nach wenigen Einnahmezyklen.

Bitte achten Sie auf Beschwerden, denn es kann Gründe für die sofortige Beendigung der Einnahme der Minipille geben.