Schering startet ihre Hormonforschung um 1920, als Hormone noch gänzlich unerforscht waren. Einen wichtigen Meilenstein erreichten die Schering-Forscher Inhoffen und Hohlweg 1938 mit der Entwicklung des ersten synthetischen Östrogens. Noch heute wird Ethinylestradiol als Östrogen-Komponente in klassischen Antibabypillen verwendet.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt war das Gestagen (auch Gelbkörperhormon genannt). 1933 gelang Schering die Einführung des ersten gestagenhaltigen Präparates. Diese Pionierarbeit legte den Grundstein für die spätere Entwicklung der Pille.
Auch zwei Frauen waren massgeblich an der Entwicklung der Pille beteiligt: die Amerikanerinnen Margaret Sanger und Katherine McCormick. Als Vorreiterinnen auf dem Gebiet der Geburtenkontrolle setzten sich Margaret Sanger dafür ein, Frauen von der Last ungewollter Schwangerschaften zu befreien. Dank einer wirksamen Verhütung sollten Frauen selber bestimmen können, wann sie schwanger werden wollten.
Siebzigjährig traf Margaret Sanger 1951 schliesslich den amerikanischen Physiologen Gregory Pincus, ein Fachmann auf dem Gebiet der Reproduktionsbiologie, den sie für die Erforschung einer einfach anzuwendenden Verhütungsmethode gewinnen konnte. Katherine McCormick finanzierte das Projekt in Höhe von 2 Millionen Dollar aus Ihrem Privatvermögen.
Pincus und sein Team berichteten 1955 von der erfolgreichen Unterdrückung des Eisprungs durch die tägliche orale Verabreichung eines synthetischen Gestagens. Noch im gleichen Jahr testeten sie verschiedene Kombinationen aus Gestagen und Östrogen zur oralen Verhütung. Gregory Pincus gilt heute zu Recht als medizinischer Vater der „Pille“.
1961 war es dann endlich soweit: Bayer Schering Pharma führte Anovlar®* ein, die erste Antibabypille in Europa.
*Anovlar® ist nicht mehr zugelassen