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Nebenwirkungen und Risiken

Die Pille ist ein hochwirksames Arzneimittel, das Nebenwirkungen haben kann. Zur Orientierung finden Sie im Folgenden allgemeine Informationen zu Nebenwirkungen und Risiken der Kombinationspille. Verbindlich sind jedoch immer die Produktinformationen Ihres konkreten Präparates. Lesen Sie daher die Packungsbeilage aufmerksam und lassen Sie sich von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt beraten.

Vor der Verschreibung der Pille sollte in einer gynäkologischen und allgemeinmedizinischen Untersuchung sichergestellt werden, dass keine Kontraindikationen vorliegen (medizinische Gründe, die gegen die Einnahme der Pille sprechen).




Nebenwirkungen

Die Pille wird im Allgemeinen gut vertragen. Zu Beginn der Einnahme kann es zu leichten Beschwerden wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder einem Spannungsgefühl in den Brüsten kommen. Meistens verlieren sich diese Symptome nach wenigen Einnahmezyklen.

Blutungsstörungen (Schmier- und Zwischenblutungen oder unregelmässige Zyklen) können ebenfalls vor allem zu Beginn der Einnahme vorkommen und verschwinden im Allgemeinen nach einigen Monaten. Bei länger andauernden Blutungsunregelmäßigkeiten oder dem Ausbleiben der Blutung im einnahmefreien Intervall sollten Sie die Ärztin/den Arzt aufsuchen.

Durch den Östrogenbestandteil der hormonalen Kontrazeptiva kann es zur Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe kommen. Dies kann z.B. zu Gewichtszunahme oder Brustspannen führen. Es können fleckförmige, gelbbräunliche Verfärbungen der Haut auftreten, besonders im Gesicht. In diesem Fall ist stärkere Sonnen- und UV-Bestrahlung zu vermeiden.




Pilleneinnahme und Thrombose

Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel, das ein Blutgefäss verstopfen kann. Eine Thrombose kann z.B. in den Beinvenen (tiefe Beinvenenthrombose) entstehen. Teile eines Blutgerinnsels können sich ablösen und über die Blutbahn in die Lunge gelangen, wo sie durch Verschluss von Lungenblutgefässen eine Lungenembolie auslösen können. Tiefe Beinvenenthrombosen sind Ereignisse, die auch dann auftreten können, wenn Sie nicht hormonal verhüten, so z.B. auch in der Schwangerschaft. Das Risiko der Entstehung einer tiefen Beinvenenthrombose ist bei Einnahme der Pille etwas höher als bei Nichtanwendung, aber nicht so hoch wie in der Schwangerschaft. Blutgerinnsel können auch in den Blutgefässen des Herzmuskels (Herzinfarkt) oder des Gehirns (Schlaganfall) und äusserst selten auch in anderen Blutgefässen auftreten (z.B. Leber oder Magen). Es gibt eine Reihe individueller Risikofaktoren für die Entstehung einer Thrombose, die vor der Verschreibung der Pille beachtet werden müssen.

Das Risiko einer Thrombose und deren mögliche Folgeereignisse (Lungenembolie, Herzinfarkt, Schlaganfall) wird allgemein mit zunehmendem Lebensalter grösser. Besonders hoch ist es bei Raucherinnen und Frauen mit zusätzlichen Risikofaktoren (z.B. Blutgerinnungsstörungen). Wenn Sie die Pille nehmen, sollten Sie mit dem Rauchen aufhören, insbesondere wenn Sie älter als 35 Jahre sind. Gegebenenfalls muss eine andere Methode der Empfängnisverhütung empfohlen werden.

Das Risiko für Gerinnselbildung ist am höchsten während des ersten Anwendungsjahres.

Bitte brechen Sie die Einnahme der Pille ab und informieren Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt, wenn folgende Symptome auftreten:
- einseitige Beinschmerzen und/oder Schwellung in einem Bein
- plötzliche Atembeschwerden oder plötzliches Auftreten von Husten ungeklärter Ursache
- plötzlicher starker Schmerz im Brustkorb mit oder auch ohne Ausstrahlung in den linken Arm
- Migräne oder ungewohnt starke Kopfschmerzen, die Sie früher nicht hatten oder häufigeres Auftreten ungewohnt starker Kopfschmerzen
- plötzliche Seh-, Hör-, Sprech- oder sonstige Wahrnehmungsstörungen;
- plötzliches Auftreten von Schwindel, Kollaps mit oder auch ohne Krampfanfälle, von Schwächegefühl, Gefühlsstörungen oder
Koordinationsstörungen
- plötzliches Auftreten starker Bauchschmerzen oder Anschwellen des Bauches




Pilleneinnahme und Krebs

Der Krebs des Eierstocks wird heute vor allem in engem Zusammenhang mit dem Eisprung (Ovulation) gesehen. Die Ovulationshemmung durch die Pille wird daher als eine Schutzwirkung betrachtet.

Auch Krebs der Gebärmutterschleimhaut tritt unter der Wirkung der Pille seltener auf. Diese Schutzwirkung beruht wahrscheinlich darauf, dass das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut bei Pilleneinnahme reduziert wird.


Selteneres Auftreten gutartiger Brustzysten

Gutartige Brustzysten treten bei Pilleneinnahme seltener auf. Durch geringere Schwankungen des Hormonspiegels unter der Pille wird die Veränderung des Brustdrüsengewebes verhindert.




Pilleneinnahme und Brustkrebs

Zur Frage des Zusammenhanges zwischen der Einnahme der Pille und dem Entstehen von Brustkrebs liegt eine Vielzahl von Studien vor. Die Ergebnisse der Studien sind unterschiedlich. Es gibt Studien, die keinen Zusammenhang zwischen Pilleneinnahme und Brustkrebs zeigen. In anderen Studien wurde bei Frauen, die die Pille nehmen, Brustkrebs geringfügig öfter festgestellt, als bei Frauen gleichen Alters, die die Pille nicht nehmen. 10 Jahre nach Absetzen der Pille besteht allerdings kein Unterschied mehr. Es ist nicht bekannt, ob die Pille den Unterschied verursacht. Möglicherweise wird der Brustkrebs bei Pillennehmerinnen nur seltener übersehen: Frauen, die die Pille einnehmen, gehen im Allgemeinen öfter zu empfohlenen Kontrolluntersuchungen, als Nichtnehmerinnen. Daher ist die Chance, einen Brustkrebs zu entdecken, bei Pillennehmerinnen grösser. Frühes Entdecken von Geschwulsten erhöht die Heilungschancen deutlich.




Pilleneinnahme und Gebärmutterhalskrebs

Bei Langzeiteinnahme der Pille wird etwas häufiger Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert. Der grösste Risikofaktor für diese Art Krebs ist die persistierende Humanpapillomaviren-Infektion (HPV). Diese wiederum wird durch das Sexualverhalten (z.B. häufiger Partnerwechsel) beeinflusst, da damit ein erhöhtes Infektionsrisiko verbunden ist.

Für alle Frauen gilt: Schon die Vorstadien vieler Krebserkrankungen sind erkennbar und können gut behandelt werden. Regelmässige gynäkologische Untersuchungen sind daher wichtig.

In seltenen Fällen sind unter der Anwendung hormonaler Verhütungsmittel gutartige, noch seltener bösartige Veränderungen an der Leber beobachtet worden, die zu inneren Blutungen führen und das Absetzen des Präparates erforderlich machen können. Deshalb ist Ihre Ärztin/Ihr Arzt zu informieren, wenn ungewohnte Oberbauchbeschwerden auftreten, die nicht von selbst in kurzer Zeit vorübergehen.




Positive Begleitwirkungen

Die Pille hat positive Begleitwirkungen, die über die Empfängnisverhütung hinausgehen und die häufig viel zu wenig bekannt sind. Sie kann gewisse Beschwerden oder Symptome verbessern.




Selteneres Auftreten von Entzündungen im Beckenbereich

Bei Einnahme der Pille treten Entzündungen der Eierstöcke, der Eileiter und der Gebärmutter seltener auf. Entzündungen im Beckenbereich können schwerwiegende Folgen haben. Sie können zu Sterilität (Unfruchtbarkeit) oder Eileiterschwangerschaften führen. Der Schutz der hormonalen Kontrazeptiva beruht darauf, dass die der Schleim im Gebärmutterhals seine zähflüssige Konsistenz behält. Dadurch wird das Eindringen von Krankheitserregern erschwert.




Selteneres Auftreten von Krebs des Eierstocks und der Gebärmutterschleimhaut

Der Krebs des Eierstocks wird heute vor allem in engem Zusammenhang mit dem Eisprung gesehen, da die Oberfläche des Eierstocks verletzt wird, wenn die reife Eizelle den Eierstock verlässt. Die Ovulationshemmung durch die Pille wird daher als eine Schutzwirkung betrachtet. Auch Krebs der Gebärmutterschleimhaut tritt unter der Wirkung der Pille seltener auf. Diese Schutzwirkung beruht wahrscheinlich darauf, dass das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut bei Pilleneinnahme reduziert wird.




Selteneres Auftreten gutartiger Brustzysten

Gutartige Brustzysten treten bei Pilleneinnahme seltener auf. Durch die Konstanz der Sexualhormonspiegel bei der Einnahme der Pille unterbleibt die zyklische Veränderung des Brustdrüsengewebes.