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Empfängnisverhütung

Die Entscheidung für eine Methode der Empfängnisverhütung ist immer ein Abwägen der verschiedenen Vor- und Nachteile. Die Zuverlässigkeit einer Methode und die Nebenwirkungen müssen ebenso bedacht werden, wie Ihre persönliche Lebenssituation, Ihre gesundheitlichen Voraussetzungen, Ihr Alter und Ihre Vorlieben.

Ihre Ärztin /Ihr Arzt ist ein wichtiger Partner bei der Auswahl des geeigneten Verhütungsmittels, er wird Ihnen die Entscheidung aber nicht abnehmen.

Es ist daher wichtig, alle Auswahlkriterien für ein Kontrazeptivum zu kennen und sich über die Vor- und Nachteile aller hormonalen Methoden und nicht-hormonalen Methoden zu informieren.

Die Zeit nach einer Schwangerschaft stellt besondere Anforderungen an die Verhütungsmethode.




Empfängnisverhütung in der Zeit nach der Geburt eines Kindes

In der Zeit unmittelbar nach der Geburt ruht die Funktion der Eierstöcke zunächst weitgehend, so dass Frauen weniger empfänglich für eine neue Schwangerschaft sind. Vor allem bei Frauen, die stillen, ist dieser relative Empfängnisschutz gegeben. Stillen ist aber keine absolut zuverlässige Empfängnisverhütung! Denn der Schutz hängt von der Dauer und der Häufigkeit ab, mit der das Kind gestillt wird. Stillen ist nicht so zuverlässig was den Empfängnisschutz angeht, wie moderne Verhütungsmethoden, denn ein Eisprung kann auch vor der ersten Menstruation erfolgen.

Wenn Sie Geschlechtsverkehr haben und nicht schwanger werden wollen, sollten Sie auch nach einer Geburt über eine Verhütung nachdenken.

Während der Stillzeit gelten besondere Regeln, was die Wahl der Verhütungsmethode angeht.




Nicht-hormonale Kontrazeptiva in der Stillzeit

Gut geeignet sind Kondome. Ist die Scheide nach der Geburt noch trocken, helfen Gleitmittel auf Wasserbasis. Der Schutz vor einer Schwangerschaft ist jedoch eher als mittelmässig zuverlässig einzustufen.

Auf die Anwendung chemischer Mittel (Spermizide) sollte verzichtet werden. Sie reizen die nach der Geburt noch empfindliche Schleimhaut zu sehr. Die Inhaltstoffe können zudem über die Muttermilch an das Kind übergehen.

Erst 3 Monate nach der Geburt hat sich der Beckenboden wieder so gefestigt, dass ein Diaphragma angepasst werden kann. Das alte Diaphragma darf nicht mehr verwendet werden.

Die natürliche Familienplanung ist als Verhütungsmethode in dieser Zeit ungeeignet. Nach der Geburt braucht der Zyklus einige Monate, bis er sich wieder auf einen normalen Rhythmus eingependelt hat und „berechenbar“ wird.

Hat sich die Gebärmutter innerhalb von 6 - 8 Wochen nach der Geburt wieder zurückgebildet, kann auch eine Kupferspirale eingesetzt werden.




Hormonale Kontrazeptiva in der Stillzeit

Für Frauen, die stillen, gelten betreffend Kontrazeption besondere Regeln. Insbesondere ist darauf zu achten, dass für den Säugling kein Gesundheitsrisiko entsteht. Hormonale Verhütungsmethoden, die nur Gestagene (Gelbkörperhormon) enthalten, können in der Stillzeit verwendet werden. Zwar gehen geringste Mengen Gestagen in die Muttermilch über, schaden dem Kind aber nach heutigem Wissenstand nicht.

Das Intrauterin System (IUS; Hormonspirale) kann 6 Wochen nach der Geburt , beziehungsweise 12 Wochen nach einem Kaiserschnitt eingesetzt werden, sobald sich die Gebärmutter wieder zurückgebildet hat. Es hat eine hohe empfängnisverhütende Zuverlässigkeit. Das IUS ist ein T-förmiger Kunststoffkörper, der ein Hormon-Reservoir enthält. Das IUS (Hormonspirale) wird in die Gebärmutterhöhle eingelegt und setzt dort bis zu 5 Jahre lang kontinuierlich geringe Mengen eines Gestagens frei.

Die Minipille muss zuverlässig alle 24 Stunden eingenommen werden. Die Kombinationspille (Östrogen-Gestagen-Pille) wird für stillende Frauen nicht empfohlen, da Östrogene die Milchproduktion hemmen können.

Das Hormonimplantat kann 21-28 Tage nach der Geburt eingesetzt werden. Beim Implantat handelt es sich um ein Kunststoffstäbchen, welches unter die Haut eingesetzt wird und dort über 3 Jahre ein Gestagen abgibt.



-> Mehr zur Hormonspirale (Intrauterin-System)
-> Mehr zur Minipille
-> Mehr zum Implantat