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Vor- und Nachteile einer Methode

Bei der Bewertung einer empfängnisverhütenden Methode spielt vor allem die Zuverlässigkeit eine Rolle. Daneben aber haben alle Methoden bestimmte Vor- und Nachteile, die nicht unmittelbar mit der empfängnisverhütenden Wirkung zusammenhängen. Dazu gehört z.B. die Bequemlichkeit und der Komfort bei der Anwendung, positive Begleitwirkungen, aber auch Nebenwirkungen bestimmter Präparate.


Bequemlichkeit und Komfort

Die Beurteilung der Bequemlichkeit einer Methode ist immer subjektiv. Während einige Frauen beispielsweise die tägliche Einnahme der Pille als komfortabel und unkompliziert betrachten, empfinden sie andere als lästig und können sich nicht an das Einnahmeschema halten.

Hormonale Depotpräparate haben den Vorteil, dass sie nach einmaliger Anwendung für längere Zeit empfängnisverhütend wirken. Während dieser Zeit müssen Sie nicht mehr an die Empfängnisverhütung denken.

Einige Methoden werden nur bei Verhütungsbedarf angewendet, also kurz vor dem Geschlechtsverkehr. Die Anwendung des Kondoms erfordert eine korrekte Anwendung und auch eine Manipulation am Körper des Partners (mehr oder weniger kurz vor dem Geschlechtsverkehr), was einige Paare als störend und unangenehm empfinden.


Unerwünschte Wirkungen

Die meisten Kontrazeptiva können neben ihrer erwünschten Wirkung auch unerwünschte Nebenwirkungen haben.

So kann es zu Beginn der Anwendung hormonaler Kontrazeptiva anfangs zu Übelkeit oder Kopfschmerzen kommen. Meistens verlieren sich diese Symptome nach wenigen Einnahmezyklen. Bei Kombinationspräparaten, die Östrogen und Gestagen enthalten, kann es durch die Östrogene zur Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe kommen, was zu einer Gewichtszunahme oder Brustspannen führen kann. Ebenfalls östrogenbedingt können bei entsprechend veranlagten Frauen fleckenförmige, gelbbräunliche Verfärbungen der Haut auftreten, besonders im Gesicht. In diesem Fällen ist stärkere Sonnen- und UV-Bestrahlung zu meiden. 

Die Ärztin/der Arzt wird vor Verschreibung hormonaler Kontrazeptiva Ihren Gesundheitszustand prüfen und sich nach Ihren Lebensgewohnheiten (z.B. Rauchen) erkundigen. Sie sollten nicht rauchen, wenn Sie hormonal verhüten wollen, da sonst das Risiko einer Thromboseerkrankung erhöht ist.

Bei reinen Gestagenpräparaten, wie z.B. der Minipille, sind Blutungsstörungen (unregelmässige Blutungen, Zwischenblutungen) häufig.

Auch nicht-hormonale Verhütungsmethoden können Nebenwirkungen haben. So kann z.B. die Kupferspirale häufiger zu aufsteigenden Infektionen und Unterleibsentzündungen führen.

Bei der Anwendung von chemischen Verhütungsmethoden (wie z.B. Vaginalzäpfchen) kann es zu unangenehmen Reizerscheinungen an den Genitalien kommen (Brennen, Jucken, Wärmegefühl).


Abwägen der Vor- und Nachteile

Die Wahl eines Verhütungsmittels ist immer ein Abwägen der Vor- und Nachteile für das Paar selbst.

Sie müssen bei der Auswahl Ihres Kontrazeptivums überlegen, auf welche Vorteile Sie Wert legen bzw. welche Nachteile Sie akzeptieren können - und welche nicht.

Ihre Ärztin/ihr Arzt wird Ihnen beratend zur Seite stehen, vor allem im Falle der verschreibungspflichtigen hormonalen Kontrazeptiva. Sie/er kann Ihnen aber die Entscheidung nicht abnehmen. Sie sollten sich daher auch selbst über die Eigenschaften und Besonderheiten der verschiedenen Kontrazeptiva informieren.

-> Mehr zu hormonalen Methoden der Empfängnisverhütung
-> Mehr zu nicht-hormonalen Methoden der Empfängnisverhütung