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Zuverlässigkeit der Methode

Die Zuverlässigkeit einer empfängnisverhütenden Methode lässt sich an der Zahl der ungewollten Schwangerschaften ablesen, die bei der Anwendung dieser Methode auftreten.

Als Mass hierfür wird meist der sogenannte Pearl Index benutzt (so benannt nach einem Statistiker, der diese Berechnungsformel einführte). Dabei wird angegeben, wie viele ungewollte Schwangerschaften auftreten, wenn 100 Paare eine Methode 12 Monate lang anwenden.


Hier ein Beispiel:

Wenn 100 Paare ein Jahr lang das Kondom zur Empfängnisverhütung nutzen und in dieser Zeit 3 Schwangerschaften eintreten, hat das Kondom eine Versagerquote (einen Pearl Index) von 3. Je niedriger der Pearl-Index ist, desto zuverlässiger ist die Methode. Die Hormonspirale (Intrauterin-System IUS) hat z.B. einen Pearl-Index von 0.16 und gilt als sehr zuverlässige Methode.

Der Pearl Index kann aber nur als eine allgemeine Orientierung dienen, denn wichtige Faktoren bleiben bei der Berechnung unberücksichtigt. Es werden zum Beispiel nicht nur die Schwangerschaften gezählt, die durch das "Versagen" der Methode zustande kommen, sondern auch die durch fehlerhafte Anwendung eintreten.

Bei der Beurteilung der Zuverlässigkeit eines Verhütungsmittels sollte daher besser unterschieden werden zwischen

  • der perfekten und fehlerfreien Anwendung, bei der sich der Nutzer genauestens an die Empfehlungen in der Packungsbeilage oder der Gebrauchsanweisung hält (was selten der Fall ist!).
  • der typischen Anwendung, bei der alle möglichen Störfaktoren mit bedacht werden (z.B. Einnahmefehler bei der Pille, fehlerhafte Benutzung einer Barrieremethode, Interaktionen mit anderen Arzneimitteln).

Bei der Bewertung der Zuverlässigkeit einer Methode verwenden die Wissenschaftler und Statistker oft ganz unterschiedliche Erfassungsmethoden. Daher finden Sie in der Literatur oft auch unterschiedliche Aussagen zur Zuverlässigkeit der verschiedenen Kontrazeptiva.

Durchgehend aber zeigt sich, dass die gängigen hormonalen Verhütungsmethoden zu den zuverlässigsten reversiblen Methoden der Empfängnisverhütung gehören.



-> Mehr zu hormonalen Methoden der Empfängnisverhütung
-> Mehr zu nicht-hormonalen Methoden der Empfängnisverhütung