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Diaphragma und Portiokappe

Diese beiden Methoden gehören zu den älteren Methoden zur Verhütung einer Schwangerschaft und werden heute nur noch selten verwendet. Das Scheidendiaphragma (Scheidenpessar) ist eine flach gewölbte Gummi-oder Kunststoffoberfläche, die mit einem äusseren flexiblen Federring versehen ist. Sie wird in das hintere obere Scheidengewölbe eingeführt, damit der Gebärmutterhals (insbesondere der äussere Muttermund) abgedeckt ist.

Die Portiokappe (Portio = Muttermund) ist geformt wie ein Fingerhut und besteht aus festerem Plastik oder Hartgummi. Sie wird eng über den Gebärmuttermund gestülpt. Beim Aufsetzen der Kappe bildet sich ein Vakuum und die Kappe saugt sich fest an.

Diaphragmen und Portiokappen gibt es in verschiedenen Grössen. Sie müssen vom Frauenarzt individuell angepasst werden. Nach einer Schwangerschaft, einem Schwangerschaftsabbruch, bei grösseren Gewichtsveränderungen und nach Unterleibsoperationen müssen Diaphragma und Portiokappe neu angepasst werden.

Die richtige Handhabung dieser Methoden erfordert Übung. Lassen Sie sich daher von Ihrem Frauenarzt beraten. In der Schweiz sind Diaphragma nur noch in den Frauenambulatorien des Unispitals Zürich und des Inselspitals Bern erhältlich. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann das Diaphragma über internationale Apotheken bestellen.




Sicherheit von Diaphragma und Portiokappe

Die Sicherheit hängt zu einem grossen Teil von der guten Anpassung und konsequenten Handhabung ab. Die empfängnisverhütende Wirkung resultiert ausschliesslich aus der mechanischen Abdeckung des Muttermundes. Im sauren Scheidenmilieu sind die Spermien nur etwa 6–8 Stunden befruchtungsfähig. Solange dürfen Diaphragma und Portiokappe auch nicht abgenommen werden. Beide Methoden besitzen nur eine mittlere Zuverlässigkeit.

Die Zuverlässigkeit beider Methoden wird durch die gleichzeitige Anwendung chemischer Schutzmittel erhöht. Die spermizide Creme wird dazu in die Wölbung von Diaphragma oder Portiokappe aufgetragen. Beachten Sie, dass die spermienabtötende Wirkung der Schutzmittel sich erst nach einigen Minuten entwickelt und auch nur für eine bestimmte Zeit anhält. Bei mehrmaligem oder länger dauerndem Geschlechtsverkehr sollte mehrmals etwas spermizide Creme in die Scheide eingeführt werden. Dabei dürfen aber Pessar und Portiokappe in ihrem Sitz nicht verändert werden.

Diaphragma und Portiokappe dürfen frühestens 6 bis 8 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr wieder entfernt werden. Während dieser Zeit sollten Sie nicht baden. Zu langes Belassen des Diaphragmas oder der Portiokappe in der Scheide kann Infektionen hervorrufen. Bei Diaphragmen oder Portiokappen aus Latex dürfen nur wasserlösliche und fettfreie Gleitmittel benutzt werden, da fetthaltige Substanzen (wie Massage-Öle, Cremes oder Vaseline) die Latexhaut angreifen und durchlässig machen. Das gleiche gilt, wenn Sie vaginale Cremes oder Zäpfchen anwenden müssen (z.B. wegen einer Pilzinfektion oder bei einer lokalen Hormonersatz-Therapie).

Um Beschädigungen zu vermeiden, sollten Pessar und Portiokappe sehr sorgfältig behandelt und nach jeder Verwendung gründlich gereinigt werden.




Vorteile von Diaphragma und Portiokappe

Diaphragma und Portiokappe sind Alternativen für Frauen, die hormonale Kontrazeptiva nicht anwenden dürfen oder wollen. Es eignet sich für Frauen, die nur ab und zu Geschlechtsverkehr haben und daher keine ständige Schwangerschaftsverhütung anwenden wollen.


Nachteile von Diaphragma und Portiokappe

Für Frauen, die einen zuverlässigen Schutz vor einer Schwangerschaft suchen, sind diese Methoden ungeeignet. Diaphragma und Portiokappe müssen vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt werden. Wenn zusätzlich spermienabtötende Creme verwendet wird, muss die Zeit bis zur Wirkung der Creme mitbedacht werden. Die dazu notwendige Manipulation an der Scheide empfinden viele Frauen als unangenehm und lästig.

Auch ist die Spontaneität des Liebeslebens beeinträchtigt.

Einige Frauen beschreiben bei der Nutzung von Diaphragma und Portiokappe ein störendes „Fremdkörpergefühl“.

Diaphragma und Portiokappe können Nebenwirkungen haben. Es kann in der Scheide zu Entzündungen kommen. Ausserdem klagen einige Frauen über vermehrte Harnwegsinfektionen. Frauen mit verändertem PAP-Abstrich sollten auf die Benutzung von Portiokappe und Diaphragma verzichten, bis der Abstrich wieder ohne Befund ist. Diese Methoden stellen insbesondere in Kombination mit Spermiziden eine zusätzliche Reizung des Muttermundes dar.




Bei welchen Frauen sind diese Methoden nicht geeignet?

Frauen mit einer ungewöhnlichen Stellung der Gebärmutter (z.B. Scheidensenkung), Frauen mit wiederholten Scheidenentzündungen und Neigung zu Blasenentzündungen.

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