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Methoden für den Mann

Für Frauen gibt es eine Reihe effektiver und reversibler Methoden der Kontrazeption. Die empfängnisverhütenden Methoden für den Mann hingegen beschränken sich auf das Kondom, die Vasektomie und den Coitus Interruptus.

Männer sind durchaus bereit, Verantwortung für die Empfängnisverhütung zu übernehmen. Weltweit verlassen sich etwa ein Fünftel der Paare auf die genannten Methoden für den Mann.

So ist es auch eine Herausforderung für Wissenschaft und Forschung, Männern eine Methode der Empfängnisverhütung zur Verfügung zu stellen, die in der Zuverlässigkeit und Verträglichkeit mindestens dem Standard hormonaler Kontrazeptiva entspricht.




Das Kondom

Im Zusammenhang mit der sexuell übertragbaren Immunschwäche AIDS hat das Kondom erheblich an Bedeutung gewonnen.

Das Kondom (Präservativ) ist eine hauchdünne Membran, die über den Penis gezogen wird. Der Samenerguss wird aufgefangen und die Spermien gelangen nicht in die Scheide. Nach dem Orgasmus muss das Glied aus der Scheide gezogen werden, bevor die Erektion nachlässt. Damit das Kondom nicht abrutscht und keine Samenflüssigkeit austritt, muss es beim Herausziehen am Gliedansatz festgehalten werden. Jedes Kondom darf nur einmal benutzt werden. Wird über den Infektionsschutz hinaus eine sehr zuverlässige Verhütung gewünscht, sollte eine zusätzliche Methode (wie z.B. die Pille) angewendet werden.

Kondome bestehen meist aus Latex. Da dieses Naturprodukt aber gelegentlich Allergien auslösen kann, gibt es seit einigen Jahren auch Kondome aus Polyurethan. Bei Verwendung von Gleitmitteln oder Massagecremes müssen Sie darauf achten, nur wasserlösliche Präparate anzuwenden. Öl- und fetthaltige Substanzen greifen die Latexhaut an und machen sie durchlässig.

Kondome aus Polyurethan hingegen dürfen mit fetthaltigen Gleitmitteln in Kontakt kommen.


Zuverlässigkeit von Kondomen

Das Kondom hat eine mittlere Zuverlässigkeit.
Die Zuverlässigkeit des Kondoms kann nicht nur durch falsche Anwendung oder Beschädigung beeinträchtigt sein, sondern auch durch falsche Lagerung (z.B. in der prallen Sonne, am Heizkörper oder im Kühlschrank) oder durch die Überschreitung des Haltbarkeitsdatums. Durch Kombination mit einer anderen Methode (wie z.B. der Pille) kann die Zuverlässigkeit erhöht werden. Die Zuverlässigkeit ist natürlich auch von einer korrekten Anwendung des Kondoms abhängig.


Vorteile von Kondomen

Der besondere Wert von Kondomen besteht darin, dass sie zusätzlich zur Verhütung den einzig wirksamen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten gewähren. Das Kondom muss nur im Bedarfsfall angewendet werden, Sie können es ständig und diskret bei sich tragen und es ist fast überall erhältlich.


Nachteile von Kondomen

Manche Männer und Frauen beklagen, das Kondom beeinflusse das sexuelle Lustempfinden oder störe beim Liebesspiel. Ebenso kann die „Handhabung“ als kompliziert erachtet werden. Für einen sicheren Schutz vor einer Schwangerschaft sollte das Kondom mit einer anderen Methode (z.B. Pille) kombiniert werden.




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Coitus interruptus

Der Begriff Coitus interruptus stammt aus dem Lateinischen und bedeutet unterbrochener Geschlechtsverkehr. Beim Coitus interruptus (Methode des Zurückziehens, „Aufpassen“) wird der Penis unmittelbar vor der Ejakulation aus der Scheide herausgezogen. Der Samenerguss erfolgt ausserhalb der Vagina.


Zuverlässigkeit des Coitus interruptus

Der Coitus interruptus ist eine absolut unzuverlässige Methode.
Einem ungeübten Mann gelingt es oft nicht, sein Glied rechtzeitig aus der Scheide zu ziehen. Ausserdem geben Männer schon vor dem eigentlichen Samenerguss unbemerkt und unkontrolliert geringe Mengen Flüssigkeit mit befruchtungsfähigem Samen ab; diese können bereits zu einer Befruchtung einer Eizelle führen. Diese Flüssigkeit wird als „Liebeströpfchen“ oder „Sehnsuchtströpfchen“ bezeichnet. Hat der Mann ausserhalb der Scheide ejakuliert, ist darauf zu achten, dass nicht über andere Kontakte (z.B. die Hände) die Spermien an die Schleimhäute der Vagina gelangt.


Vorteile des Coitus interruptus

Viele Paare in der zweiten Lebenshälfte kommen auf den Coitus interruptus (das "Zurückziehen") zurück, da ältere Männer oft die Erfahrung und Selbstbeherrschung entwickelt haben, die diese Methode verlangt.
Die Methode sollte aber nur dann genutzt werden, wenn ein Paar die Unzuverlässigkeit der Methode und den mögliche Eintritt einer Schwangerschaft akzeptiert.


Nachteile des Coitus interruptus

Neben der Unzuverlässigkeit der Methode muss auch hervorgehoben werden, dass der Coitus interruptus die Erlebnisqualität der Liebe beeinträchtigt. Die mit Coitus interruptus verbundene Willensanspannung kann das Erleben des sexuellen Höhepunktes sehr beeinträchtigen. Auch Frauen beklagen oft, dass der Coitus interruptus einschneidend den Sexualverkehr unterbricht.




Vasektomie

Die Sterilisation des Mannes (Unfruchtbarmachung) nennt man Vasektomie. Nach einer örtlichen Betäubung auf der Rückseite des Hodensacks durchtrennt der Arzt die Samenleiter und verschliesst die Enden. Der kleine operative Eingriff wird meist ambulant durchgeführt und ein Krankenhausaufenthalt ist in der Regel nicht erforderlich.
Durch die Vasektomie wird nur der Ausstoss der Spermien (Samenzellen) unterbunden. Libido (sexuelles Lustempfinden), Erektionsfähigkeit und Ejakulation (Samenerguss) bleiben voll erhalten.


Zuverlässigkeit der Vasektomie

Die Vasektomie ist eine sehr zuverlässige Methode der Empfängnisverhütung. Es ist jedoch zu beachten, dass die Sterilisation nicht sofort empfängnisverhütend wirkt. Man kann davon ausgehen, dass sich noch einige Zeit Samenzellen in den Gängen zwischen Prostata und Samenbläschen befinden. Als Faustregel gilt: Nach etwa zehn Samenergüssen oder ca. vier Wochen nach dem Eingriff sollte das Ejakulat zum ersten mal untersucht werden. Die Zeugungsunfähigkeit gilt erst dann als erwiesen, wenn in der Samenflüssigkeit keine Samenzellen mehr nachgewiesen werden können. Solange sollten andere empfängnisverhütende Massnahmen angewendet werden.


Vorteile der Vasektomie

Für Männer, die ihre Familienplanung definitiv abgeschlossen oder keinen Kinderwunsch (mehr) haben, ist die Vasektomie eine geeignete Methode.


Nachteile der Vasektomie

Die Vasektomie lässt sich nur durch eine sehr komplizierte Operation wieder rückgängig machen, wobei die Zeugungsfähigkeit nur in etwa 65 Prozent der Fälle wieder hergestellt werden kann. Es ist daher wichtig, dass die Entscheidung für eine Vasektomie reiflich überlegt wird. Die Erfolgswahrscheinlichkeit der Wiederfruchtbarmachung (Refertilisierung) schwindet, je länger die Vasektomie zurückliegt.
Bei der Vasektomie handelt es sich um einen operativen Eingriff. Zwar sind Komplikationen sehr selten, jedoch wird Sie der Arzt über mögliche Risiken aufklären. Es kann zu Blutergüssen, Wundinfektionen und Entzündungen des Hodens oder Nebenhodens kommen.