Die Menstruation - gehört zum Frausein

Der Begriff Menstruation kommt von dem lateinischen Wort «Menses» (Monate). Fast alle Frauen benutzen in der Umgangssprache einen anderen Ausdruck, z. B., dass sie ihre «Mens» oder ihre «Tage» oder die «Periode» oder die «Regel» haben. Allen diesen Ausdrücken liegt zugrunde, dass die Blutungen ab jetzt regelmässig bzw. monatlich auftreten, dies etwa bis zum 50. Lebensjahr. Im Normalfall dauert ein Menstruationszyklus vier Wochen und folgt einem wiederkehrenden Regelkreis.

Die Menstruation ist ein natürlicher Vorgang und gehört zum weiblichen Körper. In diesen Tagen bedarf es keiner besonderen Schonung, auch nicht für sportliche Aktivitäten.

Die oft gestellte Frage, ob man auch während der Menstruationsblutung Geschlechtsverkehr haben könne, kann mit «ja» beantwortet werden. Grundsätzlichspricht nichts dagegen – es sollte aber für beide Partner angenehm und stimmig sein. Vielen Mädchen oder Frauen steht in diesen Tagen nicht der Sinn nach Sexualität, was unbedingt entsprechend kommuniziert werden sollte.

Die richtige Verhütung ist auch während der Menstruation äusserst wichtig. Die weitverbreitete Annahme, Geschlechtsverkehr während der Periode könne nicht zu einer Schwangerschaft führen, ist falsch. Hinzu kommt, dass oftmals Frauen auftretende Zwischenblutungen als Regelblutung betrachten und denken, sie seien «sicher». Wer nicht schwanger werden möchte, muss daher immer und ausnahmslos verhüten.

Unregelmässiger Zyklus - aufschreiben lohnt sich

Menstruationsstörungen können den Rhythmus, die Stärke oder die Dauer betreffen. Blutungsunregelmässigkeiten oder auch dem Ausbleiben der Menstruation können verschiedene Ursachen zugrunde liegen, die immer im Einzelfall von einem Arzt abgeklärt werden sollten. Wenn organische Ursachen (wie z. B. genetische Ursachen, Fehlbildungen, Polypen oder Tumoren) und eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden können, stehen meist funktionelle Störungen des Regelsystems und der Eierstöcke im Vordergrund. Diese Störungen treten vor allem zu Beginn (in der Pubertät) und am Ende der Geschlechtsreife (nahe der Menopause) auf, wenn das Regelsystem noch nicht oder eben nicht mehr zuverlässig funktioniert. Auch eine ungesunde Lebensweise kann zu Unregelmässigkeiten des Zyklus führen. Bei Untergewicht (z. B. ausgelöst durch übertriebene Diäten), Übergewicht oder starken körperlichen Anstrengungen (z. B. Leistungssport) kann die Menstruation ganz ausbleiben. Ebenso führt Stress häufig zu unregelmässigen Blutungen. Empfehlenswert ist das Führen eines Menstruationskalenders.

Die Blutungsstärke - was heisst schon normal

Eine Blutung, bei der fünf bis sieben Binden oder Tampons am Tag verbraucht werden, gilt als normal. Zeigt sich eine Blutung nur ganz schwach, spricht man von sogenannten «Schmierblutungen». Zu Beginn ist die Blutung meist schwach und erreicht am zweiten oder dritten Tag ihre stärkste Intensität. Wer unter einer starken Menstruation leidet, also mehr als fünf bis sieben Binden oder Tampons pro Tag braucht bzw. die Hygieneartikel öfter als alle zwei Stunden wechseln muss, sollte dies beim nächsten Frauenarzttermin ansprechen. Er wird eine gründliche Untersuchung durchführen, mögliche Ursachen abklären und falls nötig im Gespräch eine geeignete therapeutische Massnahme erläutern.

Schmerzen vor und während der Menstruation - das muss nicht sein

Mässig bis sehr starke Schmerzen vor und während der Menstruation sind ein weit verbreitetes Übel. Manch betroffener Frau ist es in diesen Tagen nicht möglich, ihrem gewohnten Alltag nachzugehen. So starke Schmerzen müssen nicht sein. Ruhe, Entspannung und Wärme können Linderung verschaffen. Wer aus Schmerzgründen nicht zur Schule / Arbeit gehen kann oder regelmässig zu schmerzlindernden Medikamenten greifen muss, sollte einen Arzt aufsuchen.

Binden oder Tampons - wer die Wahl hat, hat die Qual

Hygieneartikel wie Binden oder Tampons sind in verschiedensten Grössen und Ausführungen erhältlich. Binden sind flache Einlagen, die mit einem Klebestreifen im Slip fixiert und somit äusserlich getragen werden. Tampons hingegen sind kleine, etwa fingerdicke Zellstoffrollen mit Rückholfaden, die direkt in die Scheide eingeführt und daher innerlich angewendet werden. Dank unterschiedlicher Grössen können sie auch meist von Mädchen angewendet werden, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten. Beide Hygieneartikel dienen gleichermassen dem Auffangen des Menstruationsblutes. Jede Frau muss selber ausprobieren, mit welcher Methode sie sich am wohlsten fühlt.