Die Notfallverhütung - wenn‘s brenzlig wird

In der Schweiz ist eine Methode zur Notfallverhütung zugelassen: Die «Pille danach». Diese Methode ist ausschliesslich für den Einzelfall vorgesehen. Die «Pille danach» kommt dann zur Anwendung, wenn eine Verhütungsmethode versagt hat (z. B. geplatztes Kondom), eine Frau vergewaltigt wurde oder wenn es aus einem anderen Grund zu einem ungeschützten sexuellen Kontakt gekommen ist.

Wie wirkt die «Pille danach»?

Die «Pille danach» unterdrückt den Eisprung und stört wahrscheinlich auch die Befruchtung und / oder die Einnistung des Embryos in die Gebärmutter.

Wie zuverlässig ist die «Pille danach»?

Wie effektiv die «Pille danach» wirkt, ist vom Einnahmezeitpunkt abhängig. Je früher nach dem Verkehr die «Pille danach» eingenommen wird, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Schwangerschaft verhindert werden kann. Aus diesem Grund sollte nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr umgehend der Frauenarzt oder die Apotheke kontaktiert werden. Die «Pille danach» muss so bald wie möglich in einem Zeitfenster von maximal 72 Stunden bzw. 120 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr (je nach Art der «Pille danach») eingenommen werden. Gleichzeitig muss bei weiterem Geschlechtsverkehr eine zuverlässige Empfängnisverhütung erfolgen. Da die Wirksamkeit einer regelmässigen hormonellen Verhütung (z. B. Pille) durch die «Pille danach» beeinträchtigt werden kann, ist eine zusätzliche Anwendung von Barriere- Methoden (z. B. Kondom) bis zur nächsten Menstruationsblutung empfohlen. Weil eine Schwangerschaft mit der «Pille danach» nicht in jedem Fall verhindert werden kann, muss bei Ausbleiben der Regelblutung im nächsten Zyklus eine Schwangerschaft ausgeschlossen und / oder der Arzt aufgesucht werden.

Für welche Fälle ist die «Pille danach» geeignet?

Diese Methode wird nur im Notfall nach dem Nichtanwenden oder Versagen eines Verhütungsmittels angewandt. Sie ist nicht für den regelmässigen Gebrauch geeignet.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die «Pille danach» stellt immer einen Eingriff in den natürlichen Hormonhaushalt dar. Als mögliche Nebenwirkungen der Einnahme können Übelkeit, Erbrechen, Unterleibs- und Kopfschmerzen auftreten. Ebenso sind Blutungen und die Verschiebung der normalen Regelblutung möglich. Wird die Tablette innerhalb von drei Stunden nach Einnahme wieder erbrochen, kann die Wirksamkeit ausbleiben. In diesem Fall muss umgehend der Arzt oder die Apotheke aufgesucht werden.

Wo erhalten Sie die «Pille danach»?

Die «Pille danach» erhalten Sie nach einem Beratungsgespräch rezeptfrei in einer Apotheke oder direkt bei Ihrem Arzt. Falls der ungeschützte Geschlechtsverkehr mehr als 72 bis 120 Stunden zurückliegt, ist es empfehlenswert, einen baldigen Beratungstermin bei Ihrem Arzt zu vereinbaren, sich an eine gynäkologische Notfallstation oder an eine ärztlich geleitete Fachstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung zu wenden.