Die mechanischen Methoden - Barriere für Spermien

Mechanische Methoden werden auch Barriere-Methoden genannt, weil sie auf unterschiedliche Weise eine Barriere für Spermien bilden. Mit anderen Worten: Es gibt kein «Durchkommen» für Samenzellen in Richtung befruchtungsfähige Eizelle. Ein Vorteil der Barriere-Methoden ist, dass man sie nur «nimmt», wenn man sie braucht. Das heisst aber auch, dass alle diese Verhütungsmittel erst kurz vor dem Geschlechtsverkehr angewendet werden und so eventuell beim Liebesspiel störend wirken können. Prominentester Vertreter der Barriere-Methoden ist das Kondom. Weniger bekannt dagegen sind das Frauenkondom und das Diaphragma, welche heutzutage nur noch sehr selten in Schweizer Schlafzimmern zum Einsatz kommen. Beim Arzt oder in der Apotheke gibt es weiterführende Informationen zum Frauenkondom oder Diaphragma.

Das Kondom - jetzt heisst es Gummi geben

Kondome, auch Präservative, Gummi oder Pariser genannt, sind die einzigen «mechanischen » Verhütungsmittel für den Mann. Ihre Geschichte geht mehr als 400 Jahre zurück. Damals waren sie allerdings ziemlich dick und unpraktisch und wurden eigentlich nur benutzt, um sich vor Geschlechtskrankheiten zu schützen. Diese Eigenschaft haben sie natürlich auch heute noch. Es ist den Männern durch die Anwendung des Kondoms möglich, einen eigenen Beitrag im Sinne einer partnerschaftlich verantwortungsvollen Empfängnisverhütung zu leisten. Im Zusammenhang mit der sexuell übertragbaren Immunschwächekrankheit AIDS hat das Kondom erheblich an Bedeutung gewonnen. Wird über den Infektionsschutz hinaus die zuverlässige Verhütung einer Schwangerschaft gewünscht, sollte eine zusätzliche Verhütungsmethode angewendet werden. Das Kondom ist das einzige Verhütungsmittel, welches gegen sexuell übertragbare Krankheiten schützt.

Für welche Paare ist das Kondom geeignet?

Ratsam ist die Verwendung eines Kondoms auf jeden Fall immer dann, wenn es zum Verkehr mit kaum oder ganz unbekannten Partnern kommt. Die Gefahr, sich mit dem tödlichen HI-Virus oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten anzustecken, wird dadurch wirksam reduziert.

Die Vorteile - gut zu wissen

Das Kondom ist der einzige wirksame Schutz gegen sexuell übertragbare Krankheiten. Es gibt keine chemische oder hormonelle Belastung. Das Kondom ist rezeptfrei und fast überall erhältlich. Die Anwendung erfolgt nur dann, wenn es tatsächlich zum Geschlechtsverkehr kommt.

Die Nachteile - zu berücksichtigen

Die Handhabung des Kondoms kann als kompliziert und störend beim Liebesspiel erachtet werden. Manche Paare fühlen sich in ihrem sexuellen Empfinden gestört. Gerade bei unerfahrenen Paaren kann es öfters zu Handhabungsfehlern kommen, sodass der kontrazeptive Schutz vermindert ist. Für einen zuverlässigen Schutz vor einer Schwangerschaft sollte das Kondom deshalb immer mit einer anderen Methode kombiniert werden.

Die Anwendung des Kondoms - Übung macht den Meister

Kondome sind so gemacht, dass sie möglichst viel Gefühl bei gleichzeitigem Schutz vermitteln. Deshalb ist das Material eines Kondoms äusserst anfällig für Beschädigung durch Zähne, Fingernägel oder Schmuckstücke. Schon beim Öffnen der Verpackung ist also Vorsicht geboten (1). Ein Kondom kann erst richtig übergestreift werden, wenn der Penis steif ist. Weil schon vor dem Verkehr etwas Samenflüssigkeit aus dem Penis austreten kann, sollte das Kondom frühzeitig benutzt werden. Im Idealfall wird das Überstreifen des Kondoms in das Vorspiel mit einbezogen.

Vergewissern Sie sich, dass das Kondom über das Ende des Penis mit dem abzurollenden Teil nach aussen platziert wurde (2). Drücken Sie das Ende des Kondoms (Reservoir) mit Daumen und Zeigefinger der einen Hand zu, um allfällige Luft zu entfernen (3). Lassen Sie aber genügend Platz, damit sich dort die Samenflüssigkeit ansammeln kann. Mit der anderen Hand rollen Sie das Kondom sorgfältig entlang des Penis nach unten (4).

Öffnen der Kondom Verpackung

Überstreifen des Kondoms

Überstreifen des Kondoms 2

Überstreifen des Kondoms 3

Entfernen des Kondoms

Das Herausziehen: Nach dem Orgasmus wird der Penis schlaff. Deshalb muss beim Herausziehen das Kondom festgehalten werden, damit es nicht abrutscht (5). Für weiteren Geschlechtsverkehr muss jedes Mal ein neues Kondom verwendet werden. Einige Kondome sind bereits mit Gleitmitteln versehen, oft auch mit Spermiziden (samenabtötende Mittel). Diese letzteren Produkte erhöhen zusätzlich die Zuverlässigkeit, da sie die Spermien in ihrer Beweglichkeit beeinträchtigen.

Das kann dem Kondom schaden - Vorsicht bitte

Sollten Sie zusätzlich Gleitmittel benötigen, verwenden Sie eines auf Wasserbasis, aber auf keinen Fall Vaseline, kosmetische Lotionen, Öle oder Cremes. Schon frisch eingecremte Hände können dem Kondom schaden! Denken Sie daran, dass auch antimykotische Creme (Medikament gegen Pilzerkrankungen) oder Scheidenzäpfchen das Kondom beschädigen können. Ebenfalls kann das Kondom schon in der Verpackung mechanische Schäden erleiden, wenn es z. B. im Portemonnaie oder in der Handtasche über längere Zeit herumgetragen wird.

Der Kauf von Kondomen - Qualität ist ein Muss

Kondome gibt es heute fast überall, auch in offenen Gestellen der Supermärkte. Wer hemmungsfrei Kondome kauft, zeigt damit Verantwortungsbewusstsein gegenüber seiner eigenen Gesundheit und der seines Partners. Es sollten nur Kondome verwendet werden, die mit einem «ok»-Gütesiegel gekennzeichnet sind und ein Verfalldatum besitzen.

Die sexuell übertragbaren Krankheiten - können verhindert werden

Die Benutzung eines Kondoms ist das wichtigste Mittel zur Vermeidung von Infektionen und Geschlechtskrankheiten durch sexuellen Kontakt. Besteht der Verdacht, sich eine sexuell übertragbare Krankheit zugezogen zu haben, sollte unverzüglich der Arzt kontaktiert werden. Ein rechtzeitiger Arztbesuch erleichtert nicht nur die Diagnose und die rasche Einleitung der Behandlung, sondern hilft auch, eventuelle Spätschäden zu verhindern. Um die Infektionskette rasch zu unterbrechen, sollte der betreffende Partner mitbehandelt werden. Generell unterscheidet man vier Arten von «Verursachern»: Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten.

Bei diesen Symptomen sofort den Arzt kontaktieren:

  • Brennen oder Jucken in der Scheidengegend oder am Darmausgang
  • Hautrötungen im Genitalbereich
  • Häufiges, schmerzhaftes Wasserlassen
  • Knötchen, Bläschen oder Geschwüre im Genitalbereich
  • Schmerzen, die länger anhalten oder immer wieder auftreten
  • Blutungsstörungen oder Schmierblutungen
  • Schmerzen oder Brennen beim Geschlechtsverkehr
  • Ausfluss, der stark gelblich, grünlich, zähflüssig, klebrig und übelriechend ist
  • Bauchschmerzen