Die Langzeitverhütung - Zuverlässigkeit auch im Alltag

Ungewollte Schwangerschaften kommen auch heute noch häufiger vor als man denkt. So waren Schätzungen zufolge im Jahr 2008 selbst in Westeuropa, wo der Zugang zu Verhütungsmitteln sehr gut ist, noch vier von zehn Schwangerschaften ungewollt.

20 Prozent aller Schwangerschaften endeten mit einem Abbruch. Ungewollte Schwangerschaften beeinflussen nicht nur das Leben der Frau, sondern haben auch Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes. So wurde beispielsweise bei Geburten nach unerwünschten Schwangerschaften ein signifikant höheres Risiko für Frühgeburten festgestellt.

Wie kommt es zu dieser hohen Rate an ungewollten Schwangerschaften? Untersuchungen gehen davon aus, dass zwischen der Hälfte und zwei Drittel der ungewollten Schwangerschaften auf das Versagen oder die falsche Anwendung der Verhütungsmethode zurückzuführen sind. Damit Verhütungsmittel wie Kondome, Pillen, Vaginalringe oder Hormonpflaster zuverlässig vor einer Schwangerschaft schützen können, müssen sie korrekt angewendet, also z. B. regelmassig eingenommen/appliziert werden. Dagegen ist die Wirkung von Langzeitverhütungsmitteln (Spiralen, Intrauterinsysteme, Implantate oder Depotspritzen) nicht von der Therapietreue der Anwenderin abhängig. Einmal durch den Arzt eingesetzt / appliziert, wirken Langzeitverhütungsmethoden mehrere Monate oder Jahre. Trotzdem ist die Flexibilität der Frau nicht eingeschränkt, denn Spiralen, Intrauterinsysteme oder Implantate können bei Schwangerschaftswunsch jederzeit vom Arzt wieder entfernt werden. Danach ist eine Schwangerschaft in den meisten Fällen bereits im nächsten Zyklus wieder möglich.

In einer Studie mit über 7400 Frauen wurde festgestellt, dass insbesondere junge Frauen – unter 21 Jahren –, die mittels Pille oder anderen regelmässig selbst zu applizierenden Methoden wie Hormonpflaster oder Vaginalring verhüteten, ein beinahe doppelt so hohes Risiko für eine ungewollte Schwangerschaft aufwiesen wie ältere Frauen mit den gleichen Verhütungsmethoden. Hingegen war die Fehlerquote bei der Anwendung von Langzeitverhütungsmitteln kleiner und nicht vom Alter abhängig. Langzeitverhütungsmittel könnten somit gerade bei jüngeren Frauen massgeblich dazu beitragen, ungewollte Schwangerschaften zu verhindern. Die Familienplanung kann so bewusst gestaltet werden.

Langzeitverhütungsmethoden eignen sich für:

  • Frauen mit Problemen bei der regelmässigen Einnahme / Anwendung eines Verhütungsmittels
  • Frauen, die grosse Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft durch Vergessen der Verhütung haben
  • Frauen mit unregelmässigen Tagesabläufen
  • Frauen, die bequem und längerfristig verhüten möchten