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Verhütung-Frau

Wissenswertes über den Menstruationszyklus

Der Menstruationszyklus

Ab dem achten bis zehnten Lebensjahr werden im Körper in steigender Menge Hormone wie Östrogen und Progesteron produziert. Diese Hormone lassen das Mädchen zur Frau reifen. Ein Zeichen dafür ist das Wachsen der Brüste, die beginnende Schambehaarung und im Alter von elf bis vierzehn Jahren die erste Menstruation (Menarche).

Von nun an läuft im Körper in regelmässigen Zeitabständen immer wieder der gleiche Vorgang ab, der sogenannte Menstruationszyklus, der durch das Zusammenspiel von verschiedenen Hormonen gesteuert wird. Dieser dient der Vorbereitung auf eine mögliche Schwangerschaft.

 

Der Zyklus

Als Zyklus wird die Zeit zwischen dem ersten Tag der Menstruation und dem letzten Tag vor Beginn der nächsten Blutung gerechnet. Die durchschnittliche Dauer eines Zyklus beträgt 28 Tage. Intervalle von 26 bis 35 Tagen gelten als normal.

der zyklus der frau

Vom Eisprung…

In der Mitte des Zyklus, also etwa zwischen dem 10. und 17. Tag nach dem ersten Tag der Blutung, gibt ein Follikel (Eizelle, die von einem Zellenkranz und Flüssigkeit umgeben ist) im Eierstock eine Eizelle frei. Dieser Vorgang heisst Ovulation oder Eisprung.

 

...zur Befruchtung

Das nur für etwa sechs bis zwölf Stunden nach dem Eisprung befruchtungsfähige Ei wird vom Eileiter aufgenommen und verbleibt dort für einige Tage. Dort kann es bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr von einem Spermium befruchtet werden.

Spermien sind drei bis fünf Tage im Gebärmutterhals lebens und befruchtungsfähig. Deshalb ist es möglich, dass auch bei Geschlechtsverkehr, der bereits einige Tage vor dem Eisprung ungeschützt stattgefunden hat, noch eine Schwangerschaft eintreten kann. Nach der Befruchtung muss die Eizelle vom Eileiter in die Gebärmutter wandern, um sich dort einzunisten.

Die befruchtete Eizelle kann sich nur dann in die Gebärmutter einnisten und von dieser ernährt werden, wenn die Gebärmutterschleimhaut durch Hormone entsprechend verändert und aufgebaut ist. Dies ist etwa sechs Tage nach dem Eisprung der Fall.

 

Menstruation

Kommt es nicht zu einer Befruchtung, wird die unbefruchtete Eizelle vom Körper abgebaut und die vorbereitete Schleimhaut von der Gebärmutter abgestossen.

Dieser Vorgang der Abstossung wird als Menstruation sichtbar. Für den nächsten Eisprung wird die Gebärmutterschleimhaut dann erneut aufgebaut – ein neuer Zyklus beginnt.

 

Die Menstruation

Der Begriff Menstruation kommt von dem lateinischen Wort menstruus = „monatlich“.

Fast alle Frauen benutzen in der Umgangssprache einen anderen Ausdruck, z. B., dass sie ihre „Mens“ oder ihre „Tage“ oder die „Periode“ oder die „Regel“ haben. Allen diesen Ausdrücken liegt zugrunde, dass die Blutungen ab jetzt regelmäßig bzw. monatlich auftreten, dies etwa bis zum 50. Lebensjahr.

 

Menstruation und Sex

Im Normalfall dauert ein Zyklus vier Wochen und folgt einem wiederkehrenden Regelkreis. Die Menstruation ist ein normaler Vorgang und gehört zum weiblichen Körper. In diesen Tagen bedarf es keiner besonderen Schonung, auch nicht für sportliche Aktivitäten. Und natürlich kann man auch während der Menstruationsblutung Geschlechtsverkehr haben. Es spricht nichts dagegen – es sollte aber für beide Partner angenehm und stimmig sein. Vielen Mädchen oder Frauen steht in diesen Tagen nicht der Sinn nach Sexualität, was unbedingt kommuniziert werden sollte.

 

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Menstruation und Verhütung

Die richtige Verhütung ist auch während der Menstruation äußerst wichtig. Die weitverbreitete Annahme, Geschlechtsverkehr während der Menstruation könne nicht zu einer Schwangerschaft führen, ist falsch. Hinzu kommt, dass Frauen auftretende Zwischenblutungen oft als Menstruation betrachten und denken, sie seien „sicher“. Wer nicht schwanger werden möchte, muss also immer und ausnahmslos verhüten!

 

Menstruationsstörungen

Sie können den Rhythmus, die Stärke oder die Dauer der Menstruation betreffen. Blutungsunregelmässigkeiten, eine zu starke oder lang dauernde Blutung sowie ein Ausbleiben der Menstruation können verschiedene Ursachen haben, die ärztlich abgeklärt werden sollten. Wenn organische Ursachen (wie z. B. genetische Ursachen, Fehlbildungen, Polypen oder Tumoren) und eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden können, stehen meist funktionelle Störungen des Regelsystems und der Eierstöcke im Vordergrund.

Diese Störungen treten vor allem zu Beginn (in der Pubertät) und am Ende der Geschlechtsreife (nahe der Menopause) auf, wenn das Regelsystem noch nicht oder eben nicht mehr zuverlässig funktioniert. Auch eine ungesunde Lebensweise kann zu Unregelmässigkeiten des Zyklus führen. Bei Untergewicht (z. B. ausgelöst durch übertriebene Diäten), Übergewicht oder starken körperlichen Anstrengungen (z. B. Leistungssport) kann die Menstruation ganz ausbleiben. Ebenso führt Stress häufig zu unregelmässigen Blutungen. Empfehlenswert ist das Führen eines Menstruationskalenders.

 

Die Blutung – mal schwächer, mal stärker

Eine Blutung, bei der fünf bis sieben Binden oder Tampons am Tag verbraucht werden, gilt als normal. Zeigt sich eine Blutung nur ganz schwach, spricht man von sogenannten Schmierblutungen. Zu Beginn ist die Menstruation meist schwach und erreicht am zweiten oder dritten Tag ihre stärkste Intensität. Wer unter einer starken Menstruation leidet, also mehr als fünf bis sieben Binden oder Tampons pro Tag braucht bzw. die Hygieneartikel öfter als alle zwei Stunden oder auch nachts wechseln muss, sollte dies beim nächsten Termin bei der Frauenärztin/beim Frauenarzt ansprechen. Sie/Er wird eine gründliche Untersuchung durchführen, mögliche Ursachen abklären und – falls nötig – eine geeignete therapeutische Massnahme empfehlen.

 

Was tun bei Schmerzen?

Mässige bis sehr starke Schmerzen vor und während der Menstruation sind ein weit verbreitetes Übel. Einige betroffene Frauen können während dieser Tage nicht ihrem gewohnten Alltag nachgehen. Doch so starke Schmerzen müssen nicht sein. Ruhe, Entspannung und Wärme können Linderung verschaffen. Wer aus Schmerzgründen nicht zur Schule / Arbeit gehen kann oder regelmässig zu schmerzlindernden Medikamenten greifen muss, sollte eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen.

 

Binden, Tampons, Menstruationsunterwäsche oder -Tasse?

Hygieneartikel wie Binden, Tampons, Menstruationsslips oder Menstassen sind in verschiedensten Grössen und Ausführungen erhältlich. Binden sind flache Einlagen, die mit einem Klebestreifen im Slip fixiert und somit äusserlich getragen werden. Tampons hingegen sind kleine, etwa fingerdicke Zellstoffrollen mit Rückholfaden, die direkt in die Scheide eingeführt und daher innerlich angewendet werden. Dank unterschiedlicher Grössen können sie auch meist von Mädchen angewendet werden, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten.

Menstruationsunterwäsche besitzt eine spezielle im Slip eingearbeitete dünne Membran, die sehr saugfähig ist. Menstruationstassen sind kleine Kelche aus Silikon und werden wie Tampons in die Scheide eingeführt. Alle Hygieneartikel dienen gleichermassen dem Auffangen des Menstruationsblutes. Binden und Tampons müssen nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden, wohingegen Menstruationsunterwäsche und Menstassen gereinigt und wiederverwendet werden können. Jede Frau muss selber ausprobieren, mit welcher Methode sie sich am wohlsten fühlt und was am besten zu ihrem Lebensstil passt.

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